Die Geschichte der
Pfarrkirche St. Laurentius in Wörth an der Isar

 

Die Wörther Kirche hat im Laufe der Jahrhunderte erheblicher Erweiterungen und Veränderungen erfahren.
Von der romanischen Kirche bzw. Kapelle aus dem 11. oder 12. Jahrhundert steht noch die West-Apsis und anstoßende Teile der Seitenmauern des Schiffes (nach Ende des Zweiten Weltkriegs Kriegerkapelle).Das eine Landkirche eine West-Apsis besitzt, ist sehr ungewöhnlich, da man über Jahrhunderte die Gotteshäuser "ostete". Der Priester und die mit ihr zur Darbringung des Messopfers versammelten Gläubigen schauten nach Osten, der aufgehenden Sonne und damit dem auferstandenen und wiederkommenden Christus entgegen.
Im letzten Drittel des 17. Jahrhunderts erfuhr die Kirche eine erhebliche Erweiterung nach Osten. Dabei wurde der Rest des romanischen Baus barock eingewölbt, so dass das Langhaus (der alten Wörther Kirche) fünf Joche besitzt, von denen die zwei westlichen auf den Rest des romanischen Baus entfallen, der sich durch größere Mauerstärke kennzeichnet.
Der 24 Meter hohe Turm fällt durch die sich im Oberbau nach oben verjüngende Form auf, was noch durch die abgerundeten Kanten verstärkt wird. Ein moderner Spitzhelm bildet den Abschluss.
Das Gewölbe der drei östlichen Joche des Langhauses ist reich mit wertvollen Stuckaturen aus der Zeit des Kirchenumbaus um 1700 bedeckt. Die Gewölbegurten sind mit Kassetten und Blumen, die Kappen mit Girlanden gesäumt. Die Gewölbefelder zeigen im Scheitel gerahmte Medaillons mit Emblemen, in den Seitenflächen volle, weiche Akanthusranken bzw. Blumenzweige und Putten.
Eine der Darstellungen zeigt den Pelikan, der seine Jungen in einem aus Dornen geflochtenen Nest mit seinem Blust speist, ein Bild für Christus, der die Gläubigen in der Hl. Eucharistie mit seinem Blut tränkt.
Auf den Stuckaturen befinden sich bis im Moment bis zu sieben ganz verschiedene Farbschichten (ca. 5 mm), was eine Befunduntersuchung ergab. Man hat den Stuck also durchschnittlich alle 50 Jahre neu bemalt. die Ur-Fassung durfte weiß gewesen sein.
Jene Erweiterung und Veränderung, die das Wörther Gotteshaus bis heute am stärksten prägt, erfuhr es in den Jahren 1936 bis 1938. Nachdem Wörth aufgrund des beständigen Bevölkerungswachstums 1935 selbständige Pfarrei geworden war und schon lange die barocke Kirche sich als zu klein erwiesen hatte , fügte man unter Pfarrer Josef Kellner an der Nordwand einen um ein Mehrfaches größeren Erweiterungsbau an.
Durch großen Einsatz und unermüdliche Arbeit vieler Pfarrangehöriger konnte dieses Gemeinschaftswerk trotz widriger politischer und wirtschaftlicher Umstände gelingen.
Die Konsekration (Weihe) der neuen Kirche nahm der Regensburger Bischof Michael Buchberger am 8. Mai 1938 vor. Die Zeremonie dauerte von 8.00 bis 11.00 Uhr.
Die drei Altäre der ehemaligen Filialkirche wurden in die neue Kirche übernommen und-vor allem der Hochaltar- in der Höhe erweitert, wobei man bedenken muss, dass das Bodenniveau im hinteren Teil vorher um ca. einen Meter tiefer war. Früher stieg man in die Kirche auf einigen Stufen hinunter, sonst hätten die Altäre auch in der ursprünglichen Höhe gar nicht Platz gehabt. Der barocke Hochaltar zeigt im Altarblatt das Martyriums des Pfarrpatrons St. Laurentius.
Daneben stehen Figuren des Hl. Florian und des Hl. Sebastian.
Darüber sieht man eine Szene, die das Buch Tobit im Alten Testament überliefert (vgl. Tob 11,1-15). Der Hl. Erzengel Raphael begleitet den jungen Tobias nach Hause. Tobias hält einen Fisch in der Hand, dessen Galle er nach dem Rat Raphael auf die Augen seines erblindeten Vaters Tobit streicht. Daraufhin erhält Tobit das Augenlicht wieder zurück.
Im linken Seitenaltar befindet sich eine Figur der Gottesmutter Maria, dargestellt als die "Immaculata", die unbefleckte Empfängnis, wie sie der Schlange( als Sinnbild des Satans) den Kopf zertritt.
Darüber ist ein Bild vom Hl. Josef zu sehen.
Den rechten Seitenaltar ziert eine Figur des Hl. Johannes Nepomuk. Darüber ist der Hl. Erzengel Michael mit Seelenwaage und Flammenschwert abgebildet.
Beachtenswert ist die alte Kirchentür und jetzige Sakristeitür mit Rokokoschnitzwerk und der Inschrift Johanneß Laurentius", wobei "Johanneß" für den Hl. Johannes Nepomuk steht.
Von den ursprünglichen Glocken musste man im Winter 1942/43 drei für Kriegszwecke hergeben. Sie wurden im Jahr 1951 durch drei neue ersetzt. Die noch erhaltene Glocke aus dem Jahr 1696 (Durchmesser 74 cm, Gewicht 250 kg) trägt folgende Inschrift: " Hilfreiche Mutter, dir kling ich zu gfallen, Laurenti zu ehrn das erzt soll erschallen". Zum Gefallen der Mutter Gottes Maria und zu Ehren des Hl. Laurentius soll die Glocke erklingen.
So deutet die Glocke bereits die heute zweifache Bedeutung unserer Wörther Kirche an:
Sie ist die Pfarrkirche St. Laurentius und die Wallfahrtskirche zur Mutter vom Guten Rat.

Unser Pfarrpatron St. Laurentius

Als in der Mitte des dritten Jahrhunderts wieder einmal eine Welle der Verfolgung über Christen hereinbrach, wurde auch der römische Papst Sixtus II. verhaftet und zum Tode verurteilt.
Auf dem Weg zur Hinrichtung begleitete ihn sein Diakon Laurentius. Der Papst sagte zu ihm: " Dir vertraue ich die Schätze der Kirche an.
"Als man von "Schätzen" hörte, wollte man dem Diakon das Geheimnis ihres Verbleibs entlocken. Laurentius wurde vor den Kaiser geführt und erhielt drei Tage Zeit, um die Schätze herbeizubringen.
Sofort ging er daran, die vorhandenen Güter unter die Armen der Stadt zu verteilen.
Als er nach drei Tagen vor den Kaiser trat, brachte er die Lahmen, Blinden, Armen und Notleidenden mit und sagte: " Das sind die Schätze der Kirche".
Daraufhin ließ der heidnische Kaiser den Diakon auf einem Rost bei lebendigem Leib braten.
Wie sehr die Hl. Märtyrer von der Hoffnung auf das ewige Leben bei Gott erfüllt sind, zeigt der Ausspruch des sterbenden Laurentius: "Dreht mich um, denn auf der einen Seite bin ich schon durch!"
So erlitt er das Martyrium am 10. August des Jahres 258. Das Martyrium des Laurentius ist auf dem Ölbild des Hochaltars dargestellt. Darüber erwartet ihn die Hl. Dreifaltigkeit im Himmel. Ein Engel reicht ihm einen Kranz aus Rosen als Zeichen des Sieges. Der Rost, auf dem er gebraten wurde, ist das Attribut ( Erkennungszeichen) unseres Pfarrpatrons.
Sein Fest feiert die Kirche an seinem Todestag, dem 10. August.
Das ist in Wörth der Tag des Kirchenpatroziniums. Als Diakon war Laurentius für die Mithilfe beim Gottesdienst, die Versorgung der Armen und die Kirchenbücher zuständig.
So ist sein Leben und Sterben eine beständige Einladung an uns, in der Gemeinschaft der Kirche die Liebe zu Gott mit der Liebe zum Nächsten zu verbinden und so den Glauben im Leben fruchtbar werden. zu lassen.

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